Gas-Öl-Brennwertheizung – Energie sparen mit temperaturgleitendem Betrieb

1. Niedertemperatur- und Brennwertkessel: Was sie gemeinsam haben

Seit den 1980er-Jahren (Niedertemperatur) bzw. 1990er-Jahren (Brennwert, überwiegend für Gas) arbeiten moderne Heizkessel nach einem gemeinsamen Prinzip:
Sie passen ihre Temperatur der aktuellen Außentemperatur an. Die notwendige Heizwassertemperatur ergibt sich aus der sogenannten Heizkurve.

Diese gleitende Betriebsweise verhindert den früher üblichen Dauerbetrieb bei hohen Temperaturen. Dadurch sinkt die Temperaturdifferenz zwischen Kesselwasser und Aufstellraum deutlich – und damit auch die Auskühlverluste.

  • Konstante Altanlage: 75 °C – 20 °C = 55 °C
  • Temperaturgleitend: Ø 50 °C – 20 °C = 30 °C → nahezu Halbierung der Verluste

Das spart bares Geld:

  • Alte Konstant-Temperatur-Kessel: über 20 % Brennstoffverlust
  • Niedertemperatur- und Brennwertkessel: nur 2–3 %

2. Das Besondere am Brennwertkessel

Brennwertkessel gehen einen Schritt weiter:
Sie nutzen zusätzlich die Kondensationswärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes. Damit wird Energie genutzt, die beim Heizwertbetrieb ungenutzt verloren geht.

Vorteile

Durch moderne Materialien (Edelstahl, Aluminium, Kunststoffe) und optimierte Konstruktionen wird die Wasserdampfkondensation technisch zuverlässig möglich. Besonders günstig ist diese Technik bei Gas, da:

  • mehr Energie aus der Kondensation gewonnen wird
  • Gas eine höhere Kondensationstemperatur (~55 °C) hat als Heizöl (~47 °C)

Effizienz

  • Brennwertkessel: 105–109 % Nutzungsgrad
  • Niedertemperaturkessel: ca. 94 %10–14 % Brennstoffeinsparung

Technische Merkmale

  • Sehr niedrige Abgastemperaturen (nur wenige Grad über Heizwassertemperatur)
  • Modulierende oder gestufte Brennerleistung
  • Abgasführung über gasdichte, korrosionsbeständige Leitungen
  • Kondensat entsteht auch in den Abgasleitungen

3. Irrtum: Brennwerttechnik braucht keine riesigen Heizkörper

Oft behauptet – aber falsch:
Für Brennwertnutzung sind nicht extrem niedrige Heizwassertemperaturen nötig. Entscheidend ist, dass die Abgastemperatur unter ca. 55 °C liegt.

Gute Brennwertgeräte erreichen dies bereits bei: 45–50 °C Rücklauftemperatur

Selbst typische Altbau-Heizkurven (75/60 °C) ermöglichen über weite Teile des Jahres sehr gute Kondensationsbedingungen.

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