HYDRAULISCHER ABGLEICH

Wasser geht immer den Weg des geringsten Widerstandes – auch der Heizwasserstrom auf dem Weg zu den Heizkörpern und zurück zum Kessel. Ohne hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage kann sich diese Gesetzmäßigkeit vielfältig negativ auswirken.

Ungleichmäßige Wärmeabgabe:

Heizkörper, die relativ nah zum Heizkessel bzw. zur Umwälzpumpe liegen, werden mit Wärme überversorgt. Weit von der Pumpe entfernte Heizflächen werden dagegen unterversorgt, da hier zu wenig Heizwasser ankommt. Die häufig gewählte, aber falsche Gegenmaßnahme ist das Erhöhen der Pumpenleistung und der Vorlauftemperatur. Folge: Die pumpennahen Wohnungen bzw. Heizkörper erhalten noch mehr Wärmeüberschuss, die pumpenfernen werden evtl. gerade noch warm. Ein vermeidbares energetisches Verschwendungspotenzial ist damit vorprogrammiert!

Ungleichmäßige Aufheizzeiten:

Die Räume werden nach Absenk- und anschließenden Aufheizphasen unterschiedlich schnell warm.

Hohe Rücklauftemperaturen – verminderte Brennwertnutzung:

Zu hohe Durchflüsse an den Heizkörpern bewirken hohe Rücklauftemperaturen. Das beeinträchtigt die Energieeinsparung, die ein modernes Brennwertgerät oder Solarheizungen erreichen können.

Unnötig hohe Pumpenleistung:

Die Heizungspumpen sind oft überdimensioniert oder zu hoch eingestellt und verbrauchen dadurch unnötig viel Strom.

Geräuschentwicklung:
Durch die zu große umgewälzte Heizwassermenge treten in der Anlage lästige Strömungsgeräusche auf.

Der hydraulische Abgleich verhindert diese Nachteile. Er bewirkt, dass genau die Menge aufgeheiztes Wasser durch die Heizungsrohre fließt, die benötigt wird, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

Um das Heizsystem optional einzustellen, sind drei Maßnahmen erforderlich:

– der Hydraulische Abgleich an den Heizkörpern durch Wassermengenbegrenzung an Thermostatventilgehäusen oder Rücklaufverschraubungen – Falls die Ventile oder Verschraubungen nicht begrenzbar sind, sollten sie entsprechend nachgerüstet werden.

– die Einstellung der ausreichenden Differenzdruckhöhe an der Pumpe – Falls notwendig, wird ein neue, elektronisch geregelte Pumpe eingebaut und die Förderhöhe bzw. der Differenzdruck eingestellt.

– die Einstellung der Vorlauftemperatur am zentralen Regler

Das bedeutet: Alle Komponenten, die für die Heizungsoptimierung einbezogen werden, sind entweder schon vorhanden oder können mit wenig Aufwand nachgerüstet werden.

Im Einzelnen umfasst die Optimierung folgende Arbeitsschritte:
1. Abschätzung/Berechnung  der Heizlast und der installierten Heizkörperleistung in den Räumen und Bestimmung der notwendigen Vorlauftemperatur.

2. Ermittlung der maximal benötigten Heizwassermassenströme für jeden Heizkörper

3. Abschätzung/Berechnung der Druckverluste im Rohrnetz (längster Strang); daraus ergibt sich automatisch die benötigt Pumpenleistung

4. Auswahl der Thermostatventile und /oder Rücklaufverschraubungen nach den erforderlichen Durchfluss- und Druckkennwerten

5. Auslegung der Umwälzpumpe (oder ggf. automatisches Strangregulierungsventil) nach benötigter Förderhöhe und erforderlichem Volumenstrom

6. Anpassung der Heizungsregelung; Einstellung von Steilheit und Parallelverschiebung entsprechend der berechnetetn optimalen Auslegungsvorlauftemperatur

7. Einstellung und Dokumentation aller ermittelten Werte